Doku-Theater: „Monika Haeger Inside Stasi“

Nach der Mittagspause bzw. in dieser brachten wir unsere Rucksäcke zunächst in die Unterrichtsräume und begaben uns Richtung Ende der Pause in die Cafeteria, wo wir vor einer Bühne Platz nahmen. Bevor das kleine knapp einstündige Theaterstück begann, hatten die meisten das Bühnenbild in Betracht genommen:  Neben der DDR-Flagge erblickten wir zudem ein Bild von Erich Honecker in der linken Ecke, was unser Fachwissen zu diesem Thema Revue passieren ließ. Nach einer kurzen „Belehrung“ durch Herrn We. erzählte uns Nicole Heinrich, die Regisseurin, etwas zu ihrem Stück. Gedanklich zurückkatapultiert in diese Zeit und schon ganz gespannt, was uns wohl erwarten wird, betrat eine Frau, die während des ganzen Stücks die Rolle von Monika Haeger verkörperte, die Bühne. Bei Monika handelt es sich um eine Frau, die inoffiziell bei der Stasi tätig ist. Sie soll Bärbel, die eine Eingabe gegen den Wehrdienst getätigt hat und sich sehr für die Frauenbewegung einsetzt, ausspionieren und psychischen Druck auf sie ausüben, sodass sie sich bestenfalls letztendlich selbst ausliefert. Monika gibt sich also als Vertraute und Verbündete, Richtung Ende sogar als Freundin aus, um so viele Informationen wie nur irgendwie möglich über Bärbel zu erfahren. – Erfolgreich lässt sie einen Zweitschlüssel der Wohnung anfertigen und wird befördert. Doch eines beschäftigt sie: ihr unglaublich schlechtes Gewissen. Dennoch beschließt sie, mit dem Gedanken weiterzumachen, das Korrekte für den Sozialismus zu tun. Am Ende schiebt man Bärbel in die BRD ab, auch wenn sie schlussendlich wieder zurückdarf. Somit neigte sich das Stück dann langsam dem Ende zu und eines wurde uns nochmal deutlicher: Viele Menschen, die die Stasi gerade in den 80ern unterstützen, glaubten, sie täten das einzig Korrekte, auch wenn genau diese Tatsachen moralisch nicht zu vertreten waren. Im Anschluss daran folgte vor der Pause noch eine Fragerunde, in der wir u.a. fragen durfte, was die Drehbuchautorin zum Verfassen dieses Stücks bewegte.

Zusammenfassend kann man auf jeden Fall sagen, dass diese Theaterinszenierung thematisch sehr gut an unseren Besuch der Anstalt in Berlin Hohenschönhausen im letzten Jahr anschließt. Es zeigte in leicht dramatischer, aber auch bewegender Form die Sichtweise einer Person aus dieser Zeit und spiegelte die damalige Problematik, aber auch Angst derjenigen wider, die sich wie Bärbel gegen die Ideologie der DDR richteten. Unterstützt wurde das Stück zudem durch Audio-Einwürfe, die sozusagen die Gedankengänge von beispielsweise Bärbel darstellten.

Lisa (11b)

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