Montag – Einstieg in die Projektwoche und erste Zusammenkunft der Basisgruppen
Zunächst kamen wir am Morgen alle in der Cafeteria in einem größeren, halben Stuhlkreis zusammen, in dessen Mitte sich zuerst Herr von Campenhausen mit einer Ansprache und danach Herr Mh. sowie Herr Rc. stellten, um Organisatorisches für die Woche zu klären. Dann begaben sich Amy und Dominik aus unserem Jahrgang, die die Woche mitorganisierten, in den Halbkreis und leiteten diese mit einer kleinen Brainstorming-Aktion ein, bei der sie zwei Tafeln in die Mitte stellten, an denen sich Zettel mit Fragen zur Nächstenliebe befanden. Nun galt es, die ersten Gedanken zu den Fragen mittels kleiner Zettel aufzuschreiben und dann anzubringen. Im Anschluss las jeweils einer die Fragen mit je drei Antworten vor. Um am Ende doch früher gehen zu dürfen, kamen wir danach im Nebengebäude in den Räumen 506-510 in unseren Basisgruppen anstelle einer Pause bereits zusammen. Für diese trugen wir uns weit vor Beginn der Woche in Listen ein und besprachen heute, in welcher Form wir folglich über diese berichten wollen. Es standen folgende Einrichtungen/Basisgruppen zur Wahl: Kita „Arche Noah“, Grundschule Seelow, Format, Diakonie Tagespflege „Vergiss mein nicht“ und AWO-Seniorenzentrum Anne Frank. Direkt daran anknüpfend betraten verschiedene Referenten die Räume, zu denen eine Frau der Diakonie, vier Referenten der Feuerwehr Notfallseelsorge sowie Tim Eisenlohr zählten. Während die ersten beiden Gruppen nach der Hälfte der Zeit die Räume tauschten, blieb die Gruppe, die sich bei Tim Eisenlohr befand, die ganze Zeit bei diesem. Die Vier der Notfallseelsorge stellten uns zunächst ihren Berufsalltag, ihre freiwillige Arbeit bei dieser sowie die Komplexität vor. Dann fanden wir uns in Kleingruppen zusammen, in denen wir unseren Hauptfokus auf unsere Verbindung zum Thema Nächstenliebe legten. Im Anschluss stellten wir unsere Ergebnisse vor, bei denen uns die Aussage „Wir haben das Adjektiv Warmherzigkeit“ alle trotz der bewegenden Stimmung ein wenig zum Schmunzeln brachte. Nach der Pause von 30min begaben wir uns zur Frau von der Diakonie, die uns Einiges zum Thema Demenz berichtete. Wir starteten diese zweite Hälfte mit einer Übung, bei der drei Schüler/-innen unfreiwillig freiwillig gleichzeitig einen Text vorlasen, während die anderen auf die Lippen und Worte der Frau achten sollten. Der dann folgende Poetry Slam, den sie uns auf dem „großen Tablet“, wie sie witzigerweise unsere Boards betitelte, zeigte, berührte viele von uns. Nachdem wir uns über den Inhalt austauschten, durften wir auch schon mittels verschiedener Stationen in die Welt der Demenzerkrankten eintauschen. So mussten wir alltägliche Situationen mit Hürden meistern, was uns noch einmal mehr das Leiden der Betroffenen bewies. Herr Eisenlohr erzählte uns währenddessen über seine Projekte zur Flüchtlingshilfe auf den griechischen Inseln. Dort organisierte er die Unterstützung für die Menschen, die in einfachen Schlauchboten die Küste Griechenlands erreichten. Dazu hat er ein weites Netzwerk aufgebaut, um den Bootsflüchtlingen auf dem Mittelmeer möglichst schnelle Hilfe zukommen zu lassen. Da er selbst als 16-Jähriger aus der DDR geflohen ist und erlebt hat, wie wichtig es ist, wenn Flüchtlingen geholfen wird, hat ihn später motiviert, anderen Menschen in diesen Situationen zu helfen. Das hat uns sehr beeindruckt, denn das ist gelebte Nächstenliebe. Abschließend trafen wir uns für die letzten 30min erneut in unserer Basisgruppe und besprachen letzte Formalitäten, bevor wir dann 13.45 Uhr statt eigentlich 15.25 Uhr gehen durften.
Ava (11a) & Lisa (11b)











Dienstag – Eintauchen in verschiedene Religionen und erster Besuch der Einrichtungen
Der heutige Tag startete zunächst mit einem gemeinsamen Frühstück in der Cafeteria, zu dem jeder Verschiedenes mitbrachte, auch wenn sich bei der Menge der Nachrichten in unserer Jahrgangsgruppe dann doch Einiges doppelte. Schon lustig, wenn bei der Brötchenbestellung „16“ statt „60“ Brötchen verstanden wurde, aber dieses Problemchen löste Frau Br. schnell durch den Kauf 60 weiterer. (Wir hatten nun übrigens noch sehr viele für ein weiteres Frühstück am Donnerstag.) Danach begaben wir uns zu den Räumen, in denen sich in jedem eine Religion befand, für die wir uns für zwei ebenfalls vorher eintrugen: Islam, Buddhismus, Hinduismus sowie Judentum („Meet a Jew“). Jede Religion stellten unsere Gäste des heutigen Tages ganz individuell vor: So durfte beim Buddhismus meditiert, beim Judentum durch ein spezielles Horn geblasen sowie Matze, ein Brot bestehend aus Wasser und Mehl, gegessen, aber beim Hinduismus auch sehr spannende Fakten erfahren werden. Sehr interessant war vor allem zu hören, dass der Judentum einen eigenen Kalender/eigenes Jahr sowie 613 Gebete besitzt. Nach der Pause trafen wir uns gegen 12.45 Uhr nochmal alle in der Cafeteria, um die letzten Absprachen für den morgigen Tag zu klären. Im Anschluss besuchten wir in unseren Basisgruppen unsere Einrichtung und stellten u.a. den Zuständigen bzw. Mitarbeitern vor Ort unsere Ideen des Projektes vor, was wir am Freitag in dieser ausführen möchten. Schluss hatten wir am heutigen Tag also alle unterschiedlich.





Mittwoch – Bildende Erkundungsstour im idyllischen Berlin
Heute verschlug es uns nach Berlin, wo wir uns wieder für zwei folgender Halte entschieden: Hindu-Tempel, Wohnung eines Buddhisten, Moschee, „Stadtmission“ am Hauptbahnhof oder Synagoge. Zunächst trafen wir uns am Morgen am Frankfurter Bahnhof gegen 8.50 Uhr, von dem wir mit dem Zug eine Stunde nach Berlin fuhren. Zwei Gruppen stiegen bereits an der Station „Ostkreuz“ aus, während die dritte weiterfuhr. Entweder mit Bus oder U-Bahn ging es dann weiter zum ersten Halt. So durfte beim Mönch meditiert bzw., der frühen Uhrzeit geschuldet, auch teils geschlafen oder der Hinduismustempel aufgrund seiner besonderen Einzigartigkeit im Aussehen bestaunt werden. Nach der ersten Runde fuhren wir gemeinsam Richtung Alexanderplatz, wo wir uns nach kurzer Freizeit mit Snackpause bei der Weltzeituhr mit allen anderen Gruppen trafen. Mit neuer Aufteilung ging es zum zweiten Halt und gerade die Gruppe „Stadtmission“ erhielt einen tiefen Einblick in die Humanität, die Berlin zu bieten hat, sowie das herzerfüllte Mitgefühl der teils ehrenamtlichen Mitarbeiter, beispielsweise das Ärzteteam. Im Anschluss erhielten wir knappe zwei Stunden Freizeit, in der wir eigenständig dafür verantwortlich waren, 16.40 Uhr wieder am Gleis 1 am Ostkreuz zu erscheinen. „Kuschelnd“ aufgrund der vielen Fahrgäste und bepackt mit Marmeladegläsern von einem Karls-Erdbeerhof-Stand ging die einstündige Fahrt wieder in Richtung Frankfurt. Somit neigte sich ein sehr spannender, berührender, aber auch recht anstrengender Tag dem Ende zu, nachdem die letzten Vlogs für den heutigen Tag vervollständigt wurden.










Donnerstag – Letzter Feinschliff mit Vorbereitung für Freitag in den Basisgruppen
Der heutige Tag startete für die meisten erst etwas später, nur musste unsere Gruppe „Format“ bereits gegen 9 Uhr an diesem sein. Wir besprachen mit der Leiterin der Behindertenwerkstatt unser Vorhaben morgen und besuchten die dortigen Mitarbeiter hautnah bei ihrer Arbeit. Schnell wurde uns klar, wie harmonisch und entspannt die Atmosphäre wirkt. Nach dem knapp einstündigen Rundgang mit abschließender Feedbackrunde ging es zu Fuß wieder zurück zur Schule, an der wir wieder einmal gegen 10.30 Uhr in der Cafeteria gemeinsam frühstückten. Anschließend besprachen wir letzte Feinheiten in unseren Basisgruppen, in denen wir den Tag teils mit einer sehr lustigen Runde UNO gegen 12.50 Uhr ausklingen ließen.

Freitag – Ende der Projektwoche
Der Morgen starte zunächst wieder einmal mit einer ganz fairen Runde UNO, bevor wir uns für das Projekt in unserer Stätte bereitmachten. Schnell räumten wir noch die letzten Stühle zu einem Kreis zusammen, wonach dann jede Gruppe zu ihrer Stätte ging. Eingespannt in die verschiedenen Tätigkeiten des „Formats“ realisierten wir schnell, wie liebevoll alle Mitarbeiter zueinander sind und wie entspannt die Arbeitsatmosphäre dort wirkt. Wir suchten vergeblich nach Stress oder Streitigkeiten; stattdessen lachten wir in Small-Talks mit den Mitarbeitern. Die Stunde verging rasend schnell und wir kehrten zurück zur Schule. Gemeinsam sammelten wir uns in der Cafeteria, um unsere entstandenen Vlogs oder Podcasts zu hören. Gegen 13.30 Uhr endete der heutige letzte Tag und jeder nahm seine neue sowie viel bessere Definition von Nächstenliebe mit nach Hause.
Abschließend lässt sich sagen, dass diese Woche zwar manchmal recht anstrengend erschien, aber dennoch extremen Aufschluss darüber gab, wie wichtig Nächstenliebe eigentlich ist. Vor allem wir, diejenigen, die in der Behindertenwerkstatt tätig waren, bemerkten schnell, dass Vorurteile gegenüber Beeinträchtigten vollkommen fehl am Platz sind. In Gespräche und lustigen Situationen fanden diese nämlich gar keine Bestätigung. Zusammenfassend gestaltete sich die Woche also als sehr schön und definitiv empfehlenswert.
Lisa (11b)





















