BW1: Besuch des KZ Sachsenhausen (Oranienburg)

Am Morgen trafen wir uns zunächst gegen 8.00 Uhr an der Schule und warteten darauf, bis die Busse gegen 8.30 Uhr eintrafen. Herr Be., der uns zusammen mit Frau Mo. und einem Vater aus der 9c begleitete, sammelte in der Zwischenzeit ganz seelenruhig das restliche Geld derjenigen ein, die dieses seltsamerweise nach den ganzen Wochen immer noch nicht abgegeben haben. Aber nun gut, die Busse standen also endlich bereit und selbstverständlich rannten die meisten zum großen Bus, während wir, die 9a, uns sehr taktisch verhielten. Wir nahmen für die Fahrt den kleinen Bus in Kauf, auch wenn dieser weniger Komfort, aber immerhin Abstand von der Lautstärke der anderen bot. Gute Gespräche, Snaps, nachgeholte Schlafeinheiten und Enge später kamen wir bereits nach 1,5 Stunden an der Gedenkstätte an. Herr Be. brachte dann jeder Gruppe, die wir in der vorherigen Geschichtsstunde festlegten, einen Audioguide sowie eine Karte, um uns auf dem Gelände zurechtzufinden, da jede Gruppe Aufgaben bekam, welche mithilfe dieses Besuchs gelöst werden durften, aber dazu im nächsten Beitrag mehr. Wir erkundeten nun für drei Stunden individuell also dieses weitläufige KZ und es war schon ein komisches Gefühl, als wir vor dem Eingang der Kommandantur und des Häftlingslagers standen. Wir betraten dieses Gelände, auf dessen Tür „Arbeit macht frei“ stand und starteten den Audioguide mit der Nummer 17, der „Zellenbau“, während wir also dorthin liefen. Vorbei an den Mauern und im einzigen noch vorhandenen Flügel von ehemals 3 (in T-Form angeordnet) erzählte uns der Guide, was die Häftlinge dort Schreckliches erwartete. Die „normalen Zellen“ raubten uns beim Anblick schon fast den Atem, bis wir dann auch noch die Dunkelkammer sahen, bei der die Fenster durch Holzbretter verdunkelt wurden und kein Licht durchließen. Als wir fast das Ende dieses Flügels erreichten, blickten wir noch einmal in einzelne Zellen und lasen uns die Texte über einzelne Häftlinge durch. Und ja, es handelte sich nicht nur um Juden, die zu dieser Zeit in so ein KZ deportiert wurden. Der Gedanke, dass dort einst die SS-Soldaten Menschen zu Tode quälten, war und ist einfach nur grauenvoll. Wir gingen also weiter, bis wir auch bei dem Erschießungsgraben und dem Leichenkeller sowie dem Krematorium waren, welche durch ihre kalten Innentemperaturen noch einmal mehr für ein unwohles Gefühl sorgten.

Nach vielen Fußmärschen, Gedanken an diese schreckliche Zeit und Fotos später trafen wir uns nach einer kleinen Stärkung bei der Cafeteria wieder am Eingang. Nachdem die Audioguides abgegeben wurden, stiegen wir wieder in den Bus und fuhren so langsam zurück. Gegen 15.30 Uhr kamen wir wieder bei der Schule an und ein sehr informativer, aber auch bewegender sowie anstrengender Tag neigte sich dem Ende zu.

Lisa (9a)

Jede Klasse begab sich heute Morgen zunächst in einen eigenen Raum und, nachdem Herr Be. den Ablauf erläuterte, lag auch schon jede Gruppe los. Es wurden Internetrecherchen betrieben sowie die Informationen vom Vortag genutzt, um dem Ziel des Tages immer näherzukommen. Auch in den Pausen blieben einige im Gebäude und arbeiteten tatkräftig weiter, was natürlich nicht zufällig auch an der höheren Außentemperatur lag. Die Zeit verging und nachdem die Präsentation vielleicht ein paar Mal durchgesprochen wurde, stellten die ersten ihre in der 5. Stunde auch schon vor. Selbstverständlich benotete Herr Be. diese auch. Am Ende der Präsentation von Laura und mir (Lisa) nahmen wir zu folgendem Zitat von Franz Ballhorn Stellung, welches wir bei unserem Rundgang entdeckten:

„Über der gähnenden Einfahrt des unheimlichen grauen Hauses steht in dicken, schwarzen Lettern ‚Schutzhaftlager Sachsenhausen‘. Weiße Buchstaben am Eisentor künden: ‚Arbeit macht frei‘. Hinter uns flüstert jemand: ‚Ja, im Krematorium drei‘.“ (Franz Ballhorn, 16.12.1940, Eintrag in seinem Tagebuch „Die Kelter [Symbol für Zorn] Gottes“)

Zunächst fragten wir uns, wer den letzten Satz gesagt haben könnte und Laura meinte, es könne sich dabei um einen weiteren Häftling gehandelt haben. Aufgrund des Titels seines Tagebuchs ist davon auszugehen, dass Franz Ballhorn gläubig war. Sie meinte, dass Ballhorn vielleicht dachte, dass mit „frei“ das „Frei“ in den Himmel gemeint sei und der Häftling dies eben durch die letzte Aussage bestätigt habe. Ich interpretierte dies als Aussage von einem SS-Soldaten, der eben Franz Ballhorn jegliche Hoffnungen nehmen wollte. Vielleicht ging dieser nämlich davon aus, dass man durch Arbeit wirklich wieder aus dem KZ kommt, was ja auch teils so war. „[…], im Krematorium drei.“ könnte dann nämlich meinen, dass drei Menschen, die sich im Krematorium (dort werden Leichen verbrannt) befanden, eben genau dies auch dachten, nun aber deren reglose Körper verbrannt wurden.

Was denkt ihr?

Lisa (9a)

Sani-AG beim Verkehrssicherheitstag der 7. Klassen

Am Morgen brachten wir vor Unterrichtsbeginn erst einmal unsere Materialien in die Räume und bereiteten alles soweit vor. Ares uns Justus (10a) trugen also mit aller Liebe unsere beiden Reanimationspuppen namens Hans und Peter in Raum 210, da sie sich zusammen mit Vanessa und Anna (9a) um die stabile Seitenlage und die Wiederbelebung kümmerten. Derweil versuchten Zoe, Laura, Hanna und ich (Lisa) (9a) uns im Raum 208 mit dem Smartboard zu verbinden, auch wenn leider das ein oder andere falsche Kabel dann rausgezogen wurde. Die Zeit verstrich und wir waren erstmal auf uns alleingestellt, da Frau Jd., unsere AG-Leiterin, in der 1./2. Stunde noch Unterricht hatte. Gegen 8.15 Uhr hörten wir bereits die erste Gruppe, die sich dann zunächst halbierte und sich in beide Räume aufteilten. Der eine Teil der Gruppe habe im Raum 210 nach einem kurzen Abstecher in die Theorie über das Erkennen/die Symptome einer Bewusstlosigkeit sowie die Gründe dafür gezeigt bekommen, wie die Herz-Lungen-Wiederbelebung funktioniere. Im Anschluss habe Anna auch noch die stabile Seitenlage gezeigt und die 7-er hätten dann bereits selber rangedurft, während im Hintergrund für den Takt der Herzdruckmassage von Vanessa wohl durch passende Musik gesorgt worden sei, so Anna. Derweil sorgten wir im gegenüberliegenden Raum (208) ebenso durch eine kurze Theorieeinheit für die passende Stimmung und teilten im Anschluss die halbierte Gruppe noch einmal, sodass Zoe und Hanna den Verband einer starkblutenden Kopfplatzwunde und Laura und ich den Ellenbogenverband zeigen konnten. Dann durften die 7-er diesen Verband mit einem/-er Partner:in ausprobieren, auch wenn beim Kopfverband gefühlt kleine Einhörner entstanden. Nachdem also alle im Raum lachen mussten, tauschten wir die geteilten Gruppen, sodass auch die kleinen „Einhörnchen“ den Ellenbogenverband testen konnten. Mit wunderbaren Verbänden verließen sie uns und der andere Teil dieser Gruppe kam nun zu uns. Auch sie erwartete der gleiche Ablauf, bevor wir gegen 9.45 Uhr in die ersehnte 15 Minuten Pause starteten. Ab 10 Uhr gab es also wieder zwei Gruppen, die wir jeweils wieder halbierten. In der zweiten Hofpause versorgte uns Frau Jd. mit einer kleinen Stärkung, sodass wir dann gestärkt die letzte Gruppe mit Informationen ausstatten konnten. 

Nachdem teilweise manche Sätze durch die zahlreiche Teilung um die 18-mal gesagt wurden, neigte sich dieser Tag langsam dem Ende zu. Bevor wir allerdings unsere Materialen wegräumten, bedankte sich Frau Bl. bei uns und verkündete, dass wir vom Förderverein ebenso als Dank Geld bekämen, was für zwei Kugeln Eis verwendet werden solle. Auch wir als AG nehmen dies dankend an und, auch wenn wir vom Unterricht an diesem Tag freigestellt wurden, war der Tag dennoch sehr anstrengend für uns.

Lisa (9a)

Leichtathletiksportfest

rAm Morgen trafen sich alle Schüler:innen und Lehrer:innen gegen 7.50 Uhr im Stadion und suchten sportbegeistert erst einmal die eigene Klasse, was sich bei unserer Schüleranzahl übrigens als recht schwierig herausstellte. Dies ließ sich aber schnell beheben und wir stellten uns zunächst klassenweise nebeneinander auf, um den Sportlehrern und allen anderen im Umkreis von einigen Metern ein selbstverständlich hochmotiviertes „Guten Morgen“ entgegenzubrüllen. Im Anschluss lief jeder im eigenen Tempo eine Stadionrunde zur Erwärmung und die Staffelläufer:innen bereiteten sich beispielsweise durch das Lauf-ABC auf den folglich startenden Staffellauf vor. Mit der 7. Klassen beginnend, sprinteten die Schüler:innen auch schon los und durch Herr Bn. als sensationeller Kommentator der Läufe stellten sich diese zudem als noch viel spannender heraus. Spannende und nervenraubende Sekunde später standen bereits die Gewinner fest und jede Klasse folgte nun einem Plan, auf dem sich die drei weiteren Disziplinen sowie die Uhrzeiten befanden. So genossen einige noch ihre freien Minuten, weitere hielten sich warm und andere versuchten eine Bestleistung in Sprint (7. Klasse 50m, 8.-11. Klasse 100m), Weitsprung sowie Weitwurf (Klasse 7-8) / Kugelstoß (Klasse 9-11) zu erreichen. 

Nach einer kleinen Stärkung starteten zum Abschluss noch die 800-Meter-Läufe, bei denen der 7. Jahrgang wieder begann (Jungen und Mädchen liefen getrennt). Auch an dieser Stelle stand Herr Bn. wieder als unterhaltsamer Kommentator zur Seite und spornte uns, die anderen Schüler- und Lehrer:innen, an, die anderen anzufeuern, was auf jeden Fall noch einmal mehr motivierte. 

Einige Komplikationen später kam es gegen 13.45 Uhr zur Siegerehrung der einzelnen Disziplinen sowie der Staffelläufe. Danach wurden alle nach Hause entlassen und ein recht anspruchsvoller sowie anstrengender Tag neigte sich somit nun also dem Ende zu.

Lisa (9a)

Seminar Sozialversicherungen

Bevor uns Frau Albrecht in die Stunde einleitete, stellte sie sich zunächst einmal vor und erläuterte folglich ihre Stundengestaltung. Danach begannen wir auch schon damit, unseren Anteil an der Stunde beizutragen, und zwar sammelten wir erst einmal Versicherungen an der Tafel, die Frau Albrecht auch gleich in gesetzliche und private Versicherungen gruppierte. Dann teilte sie ein Arbeitsblatt aus, auf dem die Sozialversicherungen: Krankenversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung (Arbeitsförderung), Pflegeversicherung sowie Unfallversicherung, in einer Tabelle angeordnet, standen. Nach und nach füllten sich diese Felder und am Ende jeder Versicherung tauchte vorn eine Frage auf, die wir durch ihr Gesagtes beantworten sollten. Zuhören hat sich an dieser Stelle insbesondere bemerkbar gemacht. Aufgrund ihrer humorvollen, aber auch ernsten Herangehensweise an dieses Thema verging die Stunde wie im Flug und wir erhielten zum Schluss einen Zettel, auf den wir unsere persönlichen Daten schrieben, vorausgesetzt wir sind 15 Jahre alt, um ein Zertifikat für das Informieren der Sozialversicherungen und/oder Prospekt per Post zu erhalten. 

Alles in allem war dies eine sehr informative, spannende und zugleich etwas andere WAT-Stunde.

Lisa (9a)

IHK-Veranstaltung für die 9. Klassen

Wie gewohnt trafen wir nach der Mittagspause im Raum ein und uns erwartete Frau Zimmermann. Die 45 Minuten mit ihr begannen vorerst mit der Frage, was IHK eigentlich bedeutet: Industrie- und Handelskammer. Danach klärten wir, wann man als Betrieb überhaupt Auszubildende annehmen sowie ausbilden darf und unter welche Bedingung. In Folge dessen fiel die Antwort, dass man eben einen Ausbilderschein benötige. Im Anschluss stellte uns Frau Zimmermann die Bedeutung und Rolle der IHK bei einer Ausbildung vor, welche Möglichkeiten man bei einer Ausbildung hat, also beispielsweise ein Auslandsaufenthalt, und welche Vorteile daraus resultieren. Auch klärten wir, worum es sich eigentlich bei einer dualen Ausbildung handelt. An dieser Stelle konnten wir unser Wissen darüber aus dem WAT-Unterricht nutzen, da wir dies eben gerade behandeln. Richtung Ende zeigte Frau Zimmermann uns die Seite der IHK, auf der wir eine Karte sahen. In dieser waren blaue Punkte vermerkt, in denen Zahlen zu sehen waren. Diese ständen für die Anzahl der ausbildenden Betriebe, erklärte sie folglich. Zudem stellte sie uns die Anwendung dieser Karte und die unterstützende Hilfe bei der Suche eines auszubildenden Betriebs vor. Somit endete die Dreiviertelstunde recht zügig und wir fuhren mit dem Unterricht fort.

Abschließend lässt sich sagen, dass uns Frau Zimmermann auf jeden Fall einen sehr guten Einblick in die Welt der Ausbildungen bot, auch wenn die meisten von uns doch eher das Abitur und ein Studium anstreben werden.

Lisa (9a)

Abschluss eines großen Themas auch mal ohne Test

Stolpersteinverlegung für Max Philippsborn

In der Frühstückspause trafen sich alle ausgewählten Schüler:innen und Frau Mo. auf dem Schulhof und angeführt von den Zehnten liefen wir in Richtung Netto. Von dort aus war es dann nicht mehr weit bis zum Platz der Stolpersteinverlegung. Dort angekommen, erwarteten uns vorerst sehr viele Menschen, Verwandte von Max Philippsborn und der Bürgermeister. Er hielt gedenkend eine Ansprache und Philippsborns Urenkel fand auch noch einige Worte, bevor er auf auf Hebräisch etwas sang. Danach wurde auch schon der Stolperstein verlegt, auch wenn die meisten von uns nur erahnen konnten, wie dies ablief, da man aufgrund der anderen Menschen nichts sehen konnte. Dank Ares‘ (10a) genauer Beschreibung, wie der Stein eingesetzt wurde, gelang es aber tatsächlich auch uns gedanklich vorzustellen, wie dies ausgesehen haben könnte. Gute zwanzig Minuten später fuhren wir auch schon zum Schweizerhaus, bei dem wir erst einmal durchatmen konnten. Die eingeladenen Gäste betraten ein wenig später den Saal, der sich demzufolge langsam füllte. Anspannung und eine leichte Prise von Aufregung überrumpelte den ein oder anderen von uns, während Frau Krüger und später der Bürgermeister eine Rede hielten. Sie bedankte sich auch bei den Schülerinnen von uns, die beim Jüdischen Abend mitwirkten. Anschließend verzauberten Annabelle (9a) und Isabel (9b) mit dem Lied Riptide alle anwesenden Gäste. Danach folgte Laney (9b) mit der sehr informativen Vorstellung der Biografie von Max Philippsborn und passend dazu betrat sein Urenkel die Bühne, fand noch einige Worte und zeigte ein Plakat mit allen Namen (bekannt und unbekannt) der begrabenen Juden aus Seelow. Eine weitere Rede von Frau Krüger später stellte ich mein Gedicht (Die Mauern der Kriege), das bei einigen Zuhörern gut ankam, vor und Annabelle und Isabel zeigten eine abschließende musikalische Darbietung von dem Lied People help the People, die sehr berührend war. Zum Abschluss gab es wieder koscheres Essen, allerdings vom Schweizerhaus selbst, und bei guten Gesprächen, auch mit den Angehörigen, ließen wir den Tag, für uns bis 12.30 Uhr, ausklingen.

Lisa (9a)

Oderland Echo (14.3.24), S. 15.

Theater in der Schule!

Nach Ende der sechsten Stunde begaben wir, die neunten und zehnten Klassen, uns in die Cafeteria, sicherten uns erst einmal einen guten Platz und bewunderten die aufgebaute Kulisse, die ein kleines Zimmer zeigte. Nachdem alle Schüler- und Lehrer:innen eintrafen, ging Frau Br. in die Mitte und beruhigte uns, sodass die beiden Frauen Anna und Mila beginnen konnten. Anna spielte in diesem Schauspiel die Rolle als Mo und Mila als Sol, welche zwei sechzehnjährige Jugendliche charakterisierten. Die beiden sind beste Freunde, kennen sich durch ihre gemeinsame Passion, das Fechten, und wissen, dass Sol queer ist und Mo sich in Mark verliebt hat. Von der Figur Mark haben wir nur in den Gesprächen zwischen den Freundinnen erfahren. Die beiden telefonierten noch am selben Tag und Mo kam zum ersten Mal richtig in Kontakt mit Alkohol. Vor Liebe stimmte Mo einem Treffen am See zu und nahm ihre beste Freundin Sol, die eigentlich beschloss, mit dem Verzehr von Alkohol bis zu ihrem 18. Geburtstag zu warten, dahin mit. Nun wollte sie nicht spießig sein und trank mit ihrer besten Freundin gemeinsam Bier. Während es Mo gut ging, erlebte Sol einen Blackout, wachte in ihrem Bett (der Kulisse) auf und wurde von Mo geweckt. Bereits an dieser Stelle wirkte Mos Reaktion ein wenig skurril, denn sie hatte weiterhin ein Verlangen danach, Alkohol zu konsumieren. Sol lebte ihren Kater aus, während Mo und Mark bei einem Konzert genüsslich Alkohol tranken, wodurch Mo so langsam eine Sucht entwickelte. Die Zeit verstrich und während für uns einige Sekunden vergingen, so war es im Schauspiel einige Monate später und Sols Geburtstag stand an. Mo schenkte ihr Gläser und Alkohol, doch Sol lehnte diesen ab, weshalb Mo den Rest zu sich nahm. Aus dem gemeinsamen Trinken wurde das heimliche und Mo lag nun mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus. Doch davon lässt sie sich nicht unterkriegen und schafft es, Sol von einem Trinkspiel zu überzeugen. Im Alkoholrausch schnappt sich Mo Sols Handy und wählt die Nummer von Sols Mutter. Diese wusste nicht, dass Sol lesbisch ist, denn das wollte sie ihr selbst sagen, doch dafür war es zu spät. Sol wurde sauer und schmiss Mo aus der Wohnung. Weitere Monate vergingen und Silvester stand an. Mo klingelt weinend an der Wohnungstür mit der Begründung, dass Mark mit ihr Schluss gemacht habe. Sol versuchte ihre am Boden zerstörte Freundin zu trösten, doch für sie gab es nur einen Helfer, und zwar den Alkohol. Nun verstand auch Sol, wie es ihrer Freundin ging und dass sie Hilfe benötigt, da das Trinken von sechs Bier, Sekt und Wodka am Tag nicht normal ist. Ihre Abhängigkeit wurde dadurch unterstrichen, dass sie sich, nachdem Sol ihr Bier wegkippte, nicht mehr beherrschen konnte und mit den Stäben, die zum Üben für das Fechten gedacht waren, Sol am Kopf traf. Schnell bekam sie ein schlechtes Gewissen, doch Sol gab diesmal nicht auf. Sie half Mo, frei vom Alkohol zu werden und auch Mark und Mo sind wieder ein Pärchen. Wir dachten, dass das Stück mit einem „Happy End“ endet, doch da irrten wir uns. Sol stellte sich in die Mitte der Kulisse und erzählte, dass Phil, der beste Freund von Mark, mit dem Auto gefahren sei, doch vorher etwas getrunken habe. Sol und Mo hätten mit im Auto gesessen und eh sie sich versehen hätten, sei der betrunkene Phil schon gegen einen Baum gerast. Während Sol selbst mit Verletzungen davonkomme, so gehe es Mo wohl nicht so gut und sie befinde sich noch immer im Koma. Mit dieser Information endete die ca. einstündige Aufführung und wir konnten für uns schlussfolgern, dass Alkohol weder etwas am Steuer zu suchen hat, noch unachtsam in unsere Hände geraten sollte, denn die Folgen sind ersichtlich: Entweder man schwebt selbst in Gefahr, weil man in eine Sucht gerät, und/oder gefährdet andere. 

Zum Abschluss (gegen 14.45 Uhr) durften den beiden noch Fragen gestellt werden. Da diese sich aber sehr geringhielten, wurden wir gefragt, ob wir dies realistisch fanden und ob es uns gefallen hat. Auch klärten wir einige Fragen zum Inhalt und wie man eine Alkoholabhängigkeit erkennt (durch regelmäßigen Verzehr, aggressives Verhalten und ständiges Verlangen). Zudem erfuhren wir ja im Stück, dass Sol Mo letztendlich helfen wollte, doch, was hätte sie machen können? – Mit den Eltern sprechen, die Nummer gegen Kummer wählen, mit einem Vertrauenslehrer reden, einen Therapeuten oder eine Suchtberatung aufsuchen. Danach verließen einige die Cafeteria, doch es blieben welche aus unserem Jahrgang und dem 10. da, um den beiden beim Abbau zu helfen. 

Ich denke mal, dass die Gefühle aller nach dem Stück sehr gemischt und verschieden waren. Während einige das Ende schockierte, verspürten andere das Verlangen nach Hause zu gehen. Dennoch lässt sich abschließend sagen, dass die beiden Frauen realistische Szenen gezeigt haben, von denen uns wenige vielleicht auch bekannt vorkamen. Durch beispielsweise Mos Alkoholvergiftung wurden uns die Folgen einer solchen Abhängigkeit gezeigt und vielleicht erreichten sie so, dass wir doch noch einmal mehr darüber nachdenken, ob der Verzehr von alkoholischen Getränken jetzt wirklich sein muss.

Lisa (9a)

Poetry Slam

Zunächst trafen sich alle Schüler- und Lehrer:innen, die wollten, gegen 19.30 Uhr im Kleist-Forum in Frankfurt. Dort angekommen, bekam jeder einen Zettel von Frau Di., auf dem unsere Plätze standen. Nach und nach begaben wir uns zu unseren Plätzen und um ungefähr 20.00 Uhr fing der Wettstreit auch schon an. Bevor wir jedoch die Poetry-Slammer zu Gesicht bekamen, wurden an Ausgewählte aus dem Publikum Blätter verteilt, wobei Timea durch das Zeigen auf ihre Sitznachbarin Emily bei der Entscheidung half. Schon vor den Wettstreitern war ein Lachen unvermeidbar, denn durch die witzige Art des Moderators konnte sich jeder mit einem Lächeln in diesen Abend einfühlen. Die Lichter gingen aus und nach und nach betraten die Wettstreiter:innen die Bühne. Neben witzigen Themen wurden aber auch ernste und tabuisierte angesprochen, auch wenn diese einen Hauch von Humor als Unterton beinhalteten. So sprach ein Wettstreiter beispielsweise den Lehrermangel an Schulen an und wie er selbst als Grundschullehrer seinen Alltag vor der Klasse bestreite. Durch die authentische und zugleich ebenso ausdrucksstarke, witzige Vortragsweise war es nur schwer, einem Lachen zu widerstehen und so schritt der Abend wie im Flug voran. Als nach einer 15-minütigen Pause, in der man sich Bücher der Poetry-Slammer ergattern konnte, der Saal sich wieder füllte, wurde es langsam ernst. Nach jedem vorgestellten poetischen Text entschieden die zuvor ausgewählten Zuschauer:innen durch Zahlen von eins bis zehn mit maximal einer Kommastelle, wie gut dieser ankam. Diese Zahlen projizierte man an die Wand und der höchste sowie der niedrigste Wert wurden gestrichen und die übrigen Punkte zusammengezählt. Die beiden Wettstreiter:innen mit der höchsten Punktzahl zogen ins Finale, das folglich stattfand. Nach weiteren Texten der Finalisten entschieden wir nun als Publikum, wer diesen Abend gewinnen sollte. Umso lauter der Jubel und der Applaus, desto schneller stand fest, wer den Sieg mit nach Hause bringen konnte. Nachdem der Gewinner also feststand, erhielt sowohl das Team des Kleistforums als auch der Moderator einen riesigen Applaus vom Publikum. Gegen 22.30 Uhr endete somit die Veranstaltung und ich bin mir ziemlich sicher, dass das Forum nächstes Jahr einige Gesichter wiedersehen wird. 

Lisa (9a)

Demokratiestunden mit Simona Koß (SPD)

Unsere Klasse hatte die Demokratiestunden mit Simona Koß in der 3./4. Stunde, weshalb wir und Herr Be. uns nach der Pause in den Raum 507 begaben. Nachdem sich jeder einen Platz suchte, begannen wir vorerst damit, uns mit unserem Namen, Wohnort und Hobby vorzustellen. Danach erzählte sie einiges über sich, beispielsweise wie ihr Werdegang war und wie sie in den Bundestag kam. Dann sammelten wir Informationen zu den Begriffen Volksvertreter, von denen es im Bundestag 736 gibt, Bundestag, Demokratie und Klassensprecher:innen. Für die Volksvertreter nannten wir zunächst die Parteien und kennzeichneten die Ampelparteien. Jede gesagte Antwort sorgte dafür, dass wir von der Kollegin von Frau Koß einen Bonbon bekamen, was die Motivation zur Mitarbeit vieler anregte. Weiter ging es mit dem Bundestag, bei dem die Begriffe Wahl (geheim, allgemein, frei) und Mehrheit fielen. Zur Demokratie notierte sie an der Tafel Volksherrschaft und für die Spalte der Klassensprecher:innen sollten Annabelle und ich (Lisa), die Klassensprecherinnen, nach vorn treten. Wir wurden dann gefragt, was für Aufgaben wir in unserer Rolle eigentlich haben und nachdem wir antworteten, war die Klasse dran. Simona Koß wollte wissen, was die Vorrausetzungen für so ein Amt sind und wieso sie gerade uns wählten. Im Verlauf erfuhren wir noch einiges über unseren Wahlkreis, wie groß dieser ist und sie berichtete uns, wieso auch für sie Instagram und Facebook nicht uninteressant bleiben. Bevor Annabelle und ich uns wieder setzen konnten, bekamen wir von Simona Koß noch Schokolade, da wir sozusagen „Kolleginnen“ von ihr sind.

Im zweiten Teil des Stundenblocks standen nun unsere Fragen an. Auf die Frage, was ihre Motivation war, überhaupt Politikerin zu werden, meinte sie, dass sie schon immer politisch interessiert gewesen sei. Auch habe sie sich schon an vielen ehrenamtlichen Aktionen beteiligt und machte durch diese Antwort deutlich, dass sie sich besonders für Menschen mit Beeinträchtigungen einsetzten möchte. Wir fragten sie viel, auch, was sie gern sofort ändern würde, wenn sie könnte. Sie antwortete, dass sie den Ton (Empathie) der Menschen untereinander ändern würde, weil nicht immer genervte oder respektlose Sprüche gesagt werden müssten. Eine Frage, die uns als Jugendlichen sehr wichtig ist, ist, was sie von unserer Generation hält und wie sie zur Aussage, dass wir die „letzte Generation“ seien, steht. Sie meinte, sie glaube an die Jugend, da wir nur gemeinsam etwas ändern könnten. Auch achte sie beide Seiten, also die, die sich dafür einsetzen, und die, die dagegen sind. Durch ihre ehrlichen Antworten machte sie uns Mut und zeigte auch, welche Schattenseiten es in der Politik gibt, die wir als Schüler:innen und Bürger:innen gar nicht mitbekommen.

Zum Schluss sollten wir zusammen mit einem/einer Partner:in noch zu den einzelnen Buchstaben des Wortes „Bundestag“ Wörter zum Bundestag finden. Nachdem wir diese verglichen und die Stunde beurteilten, verabschiedeten wir uns und gingen mit viel neuem Wissen aus dem Raum.

Meiner Meinung nach, und was viele auch in der Einschätzung am Ende meinten, ist Simona Koß in gewisser Hinsicht ein Vorbild für uns. Beispielsweise, wie sie sich trotz eines Shitstorms und der Nachrichten nicht unterkriegen ließ, erschien sehr bewundernswert. Auch konnten wir viel aus dieser Stunde mitnehmen, da uns zum einen viele Informationen genannt wurden und wir zum anderen durch unsere Fragen genaue und ehrliche Antworten von ihr als Mitglied im Bundestag erhielten, die man so wahrscheinlich auch nicht im Internet findet.

Lisa (9a)