In der Frühstückspause versammelten wir uns zunächst im Unterrichtsraum, um unsere Taschen abzustellen, wonach es mit Herrn We., Herrn Bn. sowie Frau Ko. in Richtung Kulturhaus ging. Noch ein letztes Gruppenbild und schon begaben wir uns in den Saal, um Platz zu nehmen. Gespannt lasen wir uns vorab die Zusammenfassung des Films durch, während derweil laute Kinderstimmen den Raum füllten. Ein wenig überrascht sahen wir ihnen dabei zu, wie sie sich ebenfalls auf ihre Stühle setzten. Nach Ansprachen vom Landrat Gernot Schmidt, Amtsdirektor Stefan Lübbe sowie Bürgermeister Robert Nitz fand auch Beth noch ein paar letzte Worte, bevor der knapp eineinhalbstündige Film startete. Da die deutschen Untertitel so schnell und vor allem an nicht passenden Stellen auftauchten, war es für die Grundschüler sowie einige andere sehr schwer, die Aufmerksamkeit beim Film zu behalten. Dennoch ließen wir uns davon nicht beirren und schauten gespannt den Dokumentarfilm. In diesem spielen Beth und ihre Mutter die Hauptrollen, in der sich Beth auf die Suche nach der Verwandtschaft ihrer nach Ausschwitz deportierten Mutter begibt. Beths Mutter hat man von Menschen, die in Worin gelebt haben, adoptiert. Sie ist zusammen mit ihren Geschwistern ohne Eltern, aber dem Versprechen an ihren Vater, stets zusammenzubleiben, zurückgelassen worden, als ihre Mutter so plötzlich von Soldaten deportiert worden ist. Ein harter Kampf durch die diktatorische NSDAP-Führung hat sie schließlich ins heutige Amerika gebracht, wo sie friedlich und ohne Fluchtgedanken leben. Menschen wie Schmidt, also nicht der Landrat, haben ihnen dabei geholfen und erwähnt man namentlich im Verlauf des Films. Unterstützt wird die Erzählung der Vergangenheit ebenfalls durch zeichnerische Passagen, die die meisten von uns schon sehr ans Herz gingen. Beth suchte auch in der Kirche, in der ihre Verwandten getauft worden sind, nach Namen dieser und die Freude ihrer Mutter, als Beth sie freudig anrief, übertrag sich auch auf uns. Die Zeit des Film verstrich wie im Flug und einen kräftigen Applaus später startete bereits die Fragerunde an Beth, teilweise auch auf Englisch. Frau Ko. stand als Dolmetscherin tatkräftig an ihrer Seite und übersetzte sowohl für sie als auch für uns die jeweilige Frage bzw. Antwort. Im Verlauf unterstrich Beth aber ganz klar, als die Frage aufkam, ob sie sich vorstellen könne, dass so etwas, was ihrer Großmutter widerfahren ist, wieder geschehen könne, dass genau diese Ausgrenzung noch immer in manchen Regionen Alltag sei. Sie ermunterte uns, dass wir diejenigen seien, die etwas dazu beitragen könnten und diese Entwicklung nicht unterstützen müssten. Ein letzter großer Applaus, ein Selfie mit Beth, die Mitnahme eines Flyers/Lesezeichens mit QR-Code zum Film sowie Stickern am Ausgang später, ging es, unterhaltend über den Film, zurück in den nächsten Unterricht.
Zusammenfassend kann man auf jeden Fall sagen, dass der Film, auch wenn er nicht mehr ganz zur Thematik in Q3 passt, sehr interessant, sehr berührend und vor allem aber lehrreich war, wenn man an Schmidt denkt, der der Familie so unglaublich geholfen hat. Bei ihm handelte es sich übrigens um einen Händler rund um Berlin, der sich bemerkenswert für das Verstecken der Geschwister einsetzte. In der darauffolgenden Geschichtsstunde am Donnerstag sprach unser LK mit Herrn We. über den Film und wir kritisierten im Kontrast zum Positiven den Fakt, dass man Grundschüler zu einem englischen Film mit schnellem und vor allem fehlerhaften Untertitel einlud. Dass da die Aufmerksamkeitsspanne nicht einmal zwanzig Minuten betrug, war eigentlich mehr als vorauszusehen.
Lisa (12b)
